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Um das Wirtschaftswachstum anzuregen, haben die föderale und die regionale Regierung bestimmte Anreize für Betriebe geschaffen, die sich in Belgien niederlassen.
Dieser Abschnitt beschreibt die drei Arten von Anreizen, die Unternehmen geboten werden: finanzielle Beihilfen, Beschäftigungs- und Ausbildungsanreize sowie steuerliche Vorteile.
Finanzielle Beihilfen
Welche finanziellen Beihilfen werden bereitgestellt?
Finanzielle Beihilfen werden für Investitionen in materielle Vermögenswerte wie etwa Immobilien und Einrichtung und in einigen Fällen auch für Investitionen in bestimmte immaterielle Vermögenswerte bereitgestellt. Finanzielle Beihilfen werden als prozentsatz der genehmigten Investition kalkuliert.
Welche Faktoren entscheiden darüber, ob eine Gesellschaft für eine finanzielle Beihilfe in Frage kommt, und, wenn ja, wie hoch die Beihilfe ist?
Der Höchstbetrag an finanzieller Beihilfe hängt von der Größe des Unternehmens ab (klein, mittelständisch oder groß).
Ein KMU kann an jedem Standort in Flandern Beihilfen erhalten.
Ein Großunternehmen muss in einer bestimmten EU-Entwicklungszone angesiedelt sein, um Beihilfen beantragen zu können. Darüber hinaus muss ein Großunternehmen ebenfalls in den nächsten drei Jahren mehr als 8 Millionen Euro investieren, um für eine finanzielle Beihilfe in Frage zu kommen.
Welche Art von Unterstützung kann Flandern einem potenziellen ausländischen Investor bieten, der mehr über finanzielle Beihilfen erfahren möchte?
FIT kann prüfen, ob ein Unternehmen für irgendeine der bereitgestellten Beihilfen in Frage kommt. FIT stellt Informationen und Unterstützung bei der Abgabe des eigentlichen Beihilfeantrags bei den zuständigen Behörden des flämischen Wirtschaftsministeriums bereit.
Wird Ihr Unternehmen nach den EU-Standards als kleiner, mittelständischer oder großer Betrieb angesehen?
Ein Kleinunternehmen muss folgende Bedingungen erfüllen:
1. In der belgischen Unternehmenseinheit werden nicht mehr als 50 Menschen beschäftigt
2. Der Jahresumsatz beträgt maximal 10 Millionen Euro, oder die Bilanzsumme der belgischen Unternehmenseinheit beträgt zusammen mit der Muttergesellschaft nicht mehr als 10 Millionen Euro
Um die vorstehenden Daten zu berechnen, müssen die Daten aller Partnerunternehmen und/oder verbundenen Unternehmen berücksichtigt werden.
Ein mittelständisches Unternehmen muss folgende Bedingungen erfüllen:
1. Die belgische Unternehmenseinheit beschäftigt zwischen 51 und 250 Mitarbeiter
2. Der Jahresumsatz beträgt maximal 50 Millionen Euro, oder die Bilanzsumme der belgischen Unternehmenseinheit beträgt zusammen mit der Muttergesellschaft nicht mehr als 43 Millionen Euro
Um die Bedingungen zu erfüllen, werden die Daten aller Partnerunternehmen und/oder verbundenen Unternehmen berücksichtigt.
Ein Großunternehmen ist ein Betrieb, der wenigstens eines der oben für mittelständische Unternehmen angegebenen Kriterien übersteigt.
Was sind EU-Entwicklungszonen und welche Vorteile sind mit einer Ansiedlung in einer dieser Zonen verbunden?
Nachstehend die wirtschaftlichen Entwicklungszonen, die von der Europäischen Union gemäß dem Europäischen Regionalentwicklungsfonds definiert wurden und in denen die Regionen substanziellere Fördermittel für Unternehmen bereitstellen können.
Wo gibt es in Flandern EU-Entwicklungszonen?
In allen flämischen Provinzen mit Ausnahme von Flämisch-Brabant gibt es Entwicklungszonen der Europäischen Union.
Was ist eine ökologische Beihilfe?
Eine ökologische Beihilfe in Höhe von 25% (für Großunternehmen) oder von 35% (für KMU) kann für den Teil der Investition erteilt werden, der als "umweltfreundlich" im Einklang mit den Erfordernissen der flämischen Verwaltung qualifiziert ist. Dieser Teil der Investition kommt dann nicht mehr für eine der oben erwähnten finanziellen Beihilfen in Frage.
Beschäftigungs- und Ausbildungsanreize
Welche Anreize im Zusammenhang mit Beschäftigung sind verfügbar?
Die belgische Regierung bietet Arbeitgebern mehrere Möglichkeiten, um die Sozialversicherungsbeiträge zu senken.
Allgemein gibt es verschiedene Programme, die sich einem bestimmten Ziel oder einer bestimmten Frage widmen, wobei die Beitragsreduzierung von einer Senkung bis zu einem festen Betrag reicht.
Wir möchten nachstehend einige dieser Programme beleuchten, bitten aber darum, dass Sie sich für mehr Informationen an FIT wenden.
Eine Ermäßigung der Sozialversicherungsbeiträge ist für alle Beschäftigten möglich, die während der letzten 12 Monate arbeitslos waren, sowie für Personen über 45 Jahre, die während der letzten sechs Monate arbeitslos waren. Dies führt zu einer erheblichen Senkung der jährlichen Lohn- und Gehaltskosten insgesamt. Dieser Beitragssenkungsplan kann mit anderen Sozialversicherungsanreizen kombiniert werden, etwa mit:
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Einer Verkürzung der Arbeitszeit auf weniger als 38 Stunden pro Woche
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Der Einführung einer Vier-Tage-Woche
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Einem 10%-igen Rabatt für Erstbeschäftigungsverträge
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Erstbeschäftigungsverträge ("startbaanovereenkomsten")
Für die Beschäftigung von Arbeitskräften, die älter als 57 Jahre sind, wird ein Ausgleich durch ermäßigte Sozialversicherungsbeiträge geschaffen.
Wie werden diese Beschäftigungsanreize gewährt?
Auf Antrag der Lohn- und Gehaltsabteilung des Unternehmens werden die Ermäßigungen automatisch von der föderalen Regierung gewährt. Es wird weder eine Vorfinanzierung verlangt, noch entsteht dem Unternehmen irgendein Verwaltungsaufwand.
Welche Arten von Personalunterstützung kann die Arbeitsagentur der flämischen Regierung den Unternehmen bieten?
Die offizielle flämische Arbeitsagentur VDAB genießt in der Geschäftswelt einen ausgezeichneten Ruf als Vermittler von qualifizierten Bewerbern und maßgeschneiderten Weiterbildungsprogrammen. Die Agentur hat Zugang zu einer großen, umfassenden Datenbank mit arbeitslosen Arbeitssuchenden und einer umfangreichen Datenbank mit beschäftigten Arbeitssuchenden. Sie bietet ebenfalls Personaleinstellungsdienstleistungen an und kann ausführliche psychologische und technische Tests durchführen und bewerten.
Die VDAB kann Unternehmen ebenfalls Weiterbildungsprogramme anbieten und Fortbildungszuschüsse für unterschiedlich lange Zeiträume bereitstellen. Auf Grund der zahlreichen verschiedenen Programme sollte der potenzielle Investor einen Termin mit den VDAB-Vertretern vereinbaren, um ein maßgeschneidertes Weiterbildungsprogramm zu entwerfen. So kann ein Unternehmen zum Beispiel in enger Zusammenarbeit mit der VDAB Bewerber auswählen und diese entsprechend ihren Erfahrungen und ihren Kenntnissen im Hinblick auf eine spezifische Arbeitsplatzkategorie schulen.
Die Weiterbildungskosten können von der VDAB übernommen werden.
Welche Art von Ausbildung am Arbeitsplatz kann die VDAB bereitstellen?
Die Abteilung für betriebliche Weiterbildung der VDAB konzentriert sich gänzlich darauf, Bewerbern Kenntnisse zu vermitteln, die am Arbeitsmarkt knapp sind, und momentan Arbeitslose weiterzubilden. Die Unterstützung wird während des gesamten Weiterbildungszeitraums von einem Monat bis zu einem Jahr gewährt. Der Zuschuss hängt vom künftigen Gehalt des Auszubildenden, seinem bzw. ihrem aktuellen Arbeitslosengeld und der Anzahl der Monate ab, die für die Weiterbildung erforderlich sind. Obschon die VDAB selbst nicht an der Weiterbildung beteiligt ist, genehmigt sie den gesamten Fortbildungsprozess. Die Ausbildung am Arbeitsplatz ist extrem flexibel und erfordert einen minimalen Verwaltungsaufwand.
Individuelle Ausbildung in einem Unternehmen (IBO)
Ein Unternehmer kann von einer Senkung der Lohnkosten für einen neuen Arbeitnehmer profitieren, der Anspruch auf die Teilnahme an einem Weiterbildungslehrgang zwischen 4 und 52 Wochen hat. Diese Person steht dann nicht offiziell auf der Gehaltsliste des Unternehmens.
Wiedereingliederung nach Entlassung auf Grund von Umstrukturierung
Ein Arbeitgeber, der einen (nach einer Umstrukturierung) entlassenen Arbeitnehmer einstellt, erhält eine Prämie von 400 Euro pro Quartal.
Junge Arbeitnehmer
Um die Beschäftigung von jungen Arbeitnehmern zu fördern, können Arbeitgeber eine feste Prämie erhalten, wenn sie eine Person einstellen, die jünger ist als 18 Jahre.
Budget für wirtschaftliche Beratung
Ab Ende Mai 2006 wird ein neues System insbesondere für KMU eingeführt, wonach diese Beihilfen für Weiterbildung und/oder Beratung erhalten können. Das System umfasst auch die Unterstützung in Sachen Mentorbetreuung und Wissenserwerb. Die Weiterbildung und/oder Beratung muss von einer anerkannten Institution durchgeführt werden. Die maximale Unterstützung beträgt 35% bis zu 2.500 Euro pro Förderungsprojekt und bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000 Euro pro Unternehmen über einen Zeitraum von drei Jahren.
Gibt es noch andere Weiterbildungsbeihilfen?
Ein Unternehmen, das bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann zusätzliche, passende Weiterbildungsbeihilfen vom Europäischen Sozialfonds erhalten. Darüber hinaus stellt die flämische Regierung auch Beihilfen für spezifische innovative Weiterbildungsprojekte bereit.
Um zu prüfen, ob Ihr Unternehmen für diese Beihilfen in Frage kommen könnte, wenden Sie sich bitte an FIT.
Welche zusätzlichen Maßnahmen sind verfügbar, um die Arbeitskosten zu senken?
Soweit dies ausdrücklich im Tarifvertrag angegeben ist, können Überstunden auf Jahresbasis statt auf Wochenbasis errechnet werden.
Weitere Maßnahmen sind:
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Früheinstellungsprogramm - sieht einen festen Beitrag für den ersten, den zweiten und den dritten Beschäftigten vor
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Sonderregelungen für bestimmte Personenkreise wie behinderte Beschäftigte und Einwanderer
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Erstbeschäftigungsvertrag - Senkung der Sozialversicherungsbeiträge im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Personen mit einem Erstbeschäftigungsvertrag (jung und arbeitslos)
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Arbeitszeitverkürzung - ein fester Rabatt für Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von weniger als 38 Stunden pro Woche umstellen (wenigstens eine Stunde weniger als 38 Stunden)
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Vier-Tage-Woche - ein fester Rabatt für Arbeitgeber, die auf eine Vier-Tage-Arbeitswoche umstellen
Steuerliche Anreize
Steueranreize für im Ausland tätige Mitarbeiter
Welche Steueranreize gibt es für ausländische Führungskräfte?
Um die Beschäftigungskosten für entsandte Mitarbeiter zu senken und multinationale Unternehmen gleichzeitig zu ermutigen, ihre Mitarbeiter nach Belgien zu entsenden, haben die belgischen Steuerbehörden 1983 besondere Steuervorschriften für Führungskräfte und Fachpersonal eingeführt. Unter der Voraussetzung, dass sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer die Bedingungen für diese besonderen Steuervorschriften erfüllen, kommen bestimmte Steuervorteile zur Anwendung.
Da entsandte Mitarbeiter, die für diese besondere steuerliche Behandlung in Frage kommen, in Belgien als Gebietsfremde angesehen werden, werden sie nur auf ihr in Belgien erzieltes Einkommen besteuert. Ausländische passive Einkommensquellen wie Dividenden und Immobilien werden in Belgien nicht der Besteuerung unterworfen. Obschon entsandte Mitarbeiter verpflichtet sind, ihr weltweit erzieltes Einkommen in Belgien zu melden, wird der Teil ihres Einkommens, welcher der Anzahl der im Ausland gearbeiteten Tage entspricht, nicht der Steuer unterworfen (Reiseausschluss).
Darüber hinaus bleiben Aufwandsentschädigungen und erstattete Auslagen des entsandten Mitarbeiters zur Deckung der Kosten für die Entsendung nach Belgien (Kosten, die der Arbeitgeber zu tragen hat) bei der Besteuerung weitgehend unberücksichtigt. Die steuerfreie Erstattung von Schulgebühren sowie einmalige Kosten wie Umzugs- und Einrichtungskosten ist unbegrenzt. Die Erstattung wiederkehrender Auslagen wie die Lebenshaltungskostenpauschale, die Wohnungskostenpauschale, die Steuerausgleichs- und die Entfernungspauschale ist, je nach Art der Entsendung, auf 11.250 Euro oder 29.750 Euro beschränkt.
Steueranreize für Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung
Welche Arten von Anreizen gibt es zur Förderung von Forschung und Entwicklung?
Zur Förderung von F&E-Aktivitäten können Unternehmen, die zusätzliches Forschungspersonal, Qualitätssicherungspersonal oder einen Exportleiter einstellen, in den Genuss eines einmaligen Abzugs vom zu versteuernden Gewinn kommen, unabhängig davon, ob es sich um einen entsandten Mitarbeiter oder um einen belgischen Staatsangehörigen handelt. Sinkt die durchschnittliche Zahl der F&E-Mitarbeiter jedoch in einem darauf folgenden Steuerjahr, muss der zuvor von der Steuer abgesetzte Betrag dem Gewinn für dieses Steuerjahr wieder hinzugerechnet werden.
Der Abzug beträgt 12.440 Euro für Forschungsmitarbeiter, Qualitätssicherungsmanager oder Exportleiter. Der Betrag steigt für hoch qualifizierte Forschungsmitarbeiter (d. h. für promovierte Mitarbeiter) auf 24.870 Euro (die Zahlen beziehen sich auf das Veranlagungsjahr 2006).
Werden die Voraussetzungen erfüllt, ist es Unternehmen gestattet, für Forschungsmitarbeiter, die an Forschungsprojekten in Zusammenarbeit mit einer Universität oder einer Hochschule im Europäischen Wirtschaftsraum, dem nationalen oder flämischen Fonds für wissenschaftliche Forschung oder anderen anerkannten wissenschaftlichen Institutionen arbeiten, lediglich 50% der Lohnsteuer an die Behörden abzuführen und dadurch ihre gesamten Beschäftigungskosten zu senken. Dasselbe gilt auch für wissenschaftliche Mitarbeiter, die für so genannte "junge innovative Unternehmen" arbeiten. Hierfür müssen besondere Bedingungen erfüllt werden.
Steueranreize für Überstunden, Nacht- und Schichtarbeit
Welche Steueranreize gibt es zur Senkung der Arbeitskosten für Überstunden, Nacht- und Schichtarbeit?
Arbeitgeber können in den Genuss einer teilweisen Befreiung von der Lohnsteuer für die ersten 65 Überstunden kommen. Der Freistellungsanteil entspricht 24,75% des Bruttogehalts, das die Grundlage für die Berechnung des Überstundenentgelts bildet.
Arbeitgeber können 5,63% des steuerpflichtigen Arbeitsentgelts von Nacht- und Schichtarbeitern vom Lohnsteuerbetrag abziehen, den sie einbehalten haben und an die Steuerbehörden abführen sollten.
Fiktiver Zinsabzug
Der Abzug für fiktive Zinszahlungen kommt ab dem Steuerjahr 2007 zur Anwendung (für Geschäftsjahre, die am 31. Dezember 2006 oder später enden). Im Rahmen des Abzugs für fiktive Zinszahlungen kann ein Unternehmen einen Betrag vom zu versteuernden Gewinn abziehen, der annähernd den Zinsen entspricht, die es im Falle einer Darlehensfinanzierung zu zahlen gehabt hätte. Die Vorschriften gelten für alle belgischen Unternehmen und für belgische Sparten ausländischer Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe.
Der fiktive Zinsabzug wird berechnet, indem das Gesamtkapital mit dem Zinssatz für 10-jährige Staatsanleihen (OLO) multipliziert wird. Zurzeit beträgt dieser Zinssatz 3,442% für das Steuerjahr 2007. Für kleine und mittelständische Unternehmen beträgt der Prozentsatz (gemäß Artikel 15 des Unternehmensgesetzes) 3,942%. Der anwendbare Prozentsatz wird jährlich überprüft und entspricht dem durchschnittlichen Zinssatz für 10-jährige Staatsanleihen des zweitletzten Kalenderjahres vor dem Steuerjahr. Für das Steuerjahr 2007 (das für Unternehmen gilt, deren Geschäftsjahr am 31. Dezember 2006 oder später endet) beispielsweise entspricht dieser anwendbare Prozentsatz dem durchschnittlichen OLO-Zinssatz des Jahres 2005. Das Gesetz schreibt eine maximale Abweichung von 1% zwischen zwei aufeinanderfolgenden Jahren und einen Prozentsatz von maximal 6,5% fest, obschon die Regierung den Prozentsatz durch königlichen Erlass ändern kann, wenn dies für nötig gehalten wird.
Das Gesetz schließt auch Maßnahmen ein, die den Missbrauch des fiktiven Zinsabzugs verhindern sollen. Um etwa zu unterbinden, dass verschiedene Steuerzahler dasselbe Firmenkapital für die Berechnung eines solchen Abzugs verwenden, werden die folgenden Posten in der Bemessungsgrundlage des Zinsabzugs nicht berücksichtigt:
1. Der Nettobuchwert der Aktien, die das Unternehmen selbst an seinem Aktienkapital hält
2. Beteiligungen, die als Finanzanlagevermögen verbucht sind
3. Anteile an Anlagegesellschaften, deren Dividenden für den Abzug von definitiv besteuertem Einkommen in Betracht kommen (das so genannte "Schachtelprivileg")
4. Der Nettobuchwert der Aktiva ständiger Niederlassungen des Unternehmens in Ländern, mit denen Belgien ein Steuerabkommen unterzeichnet hat
5. Der Nettobuchwert von Immobilien (oder dinglichen Rechten auf Immobilien) in Ländern, mit denen Belgien ein Steuerabkommen unterzeichnet hat
6. Der Nettobuchwert von Sachanlagen, soweit die damit in Zusammenhang stehenden Kosten den Bedarf des Unternehmens in unzulässiger Weise überschreiten
7. Der Nettobuchwert von Vermögenswerten (z. B. Kunstgegenstände und Schmuck), die erwartungsgemäß kein regelmäßiges Einkommen erzeugen
8. Der Nettobuchwert von Immobilien oder dinglichen Rechten auf Immobilien, die von Geschäftsführern (oder ihren Ehegatten oder Kindern) benutzt oder bewohnt werden, die ein Einkommen vom Unternehmen, das die Immobilienrechte besitzt, beziehen, und
9. Verbuchte, aber nicht realisierte Kapitalgewinne (auf die in Artikel 44,1,1 des Einkommensteuergesetzes Bezug genommen wird), unter der Voraussetzung, dass diese sich nicht auf Vermögenswerte beziehen, auf die vorstehend unter Punkt 4, 5, 6 und 7 Bezug genommen wird
Investitionsabzug
Unternehmen, die neue materielle oder immaterielle Vermögenswerte erwerben, die in Belgien zu Geschäftszwecken benutzt werden, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Abschlag vom zu versteuernden Gewinn in Höhe eines Prozentsatzes des Erwerbs- oder Investitionswertes dieser Investitionen beantragen.
Der Investitionsabschlag hat keinen Einfluss auf die Abschreibungsgrundlage. Er wird bei der Steuererklärung wie eine Steuergutschrift behandelt und kann, wenn der Gewinn nicht ausreichend ist, unbegrenzt, wenn auch nur innerhalb bestimmter Betragsgrenzen, vorgetragen werden.
Welche Investitionsabzüge gibt es?
Der Steuerzahler hat die Wahl zwischen einem einmaligen oder einem gestaffelten Steuerabzug. Der einmalige Abzug entspricht einem Prozentsatz des Anschaffungspreises der Investition. Die Sätze lauten wie folgt:
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13,5% für Energie sparende Investitionen, Patente, Investitionen in die Sicherheit der Betriebsgebäude oder Investitionen in F&E, die zu neuen Produkten führen (die Zahlen basieren auf dem Veranlagungsjahr 2006)
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3% für Investitionen in Sachanlagen, die ausschließlich für das Verpackungsrecycling verwendet werden (die Zahlen basieren auf dem Veranlagungsjahr 2006)
Der gestaffelte Steuerabzug wird über die Abschreibungsfrist der Kapitalanlage vorgenommen. Folgende Sätze kommen zur Anwendung:
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Ein gestaffelter Steuerabzug in Höhe von 20,5% für Investitionen in F&E, die zu neuen, umweltfreundlichen Produkten führen (die Zahlen basieren auf dem Veranlagungsjahr 2006)
Welche Arten von Investitionen sind vom Investitionsabzug ausgeschlossen?
Unter anderen kommen die folgenden Investitionen nicht für den Steuerabzug in Frage: Lagerbestände; Fuhrpark; Grundstücke; Immobilien, die von einer Immobiliengesellschaft verkauft werden sollen; Aktiva, die über einen Zeitraum von weniger als drei Jahre abgeschrieben werden; Aktiva, die nicht zu spezifischen Geschäftszwecken verwendet werden; Aktiva, die im Rahmen eines betrieblichen Mietvertrags gemietet werden.
Steuerbegünstigungen für Forschung und Entwicklung
In Sachanlagen investierende Unternehmen, die für den für Patente oder für Forschung und Entwicklung gewährten erhöhten Investitionssteuerabzug in Frage kommen, können zwischen einer Steuergutschrift oder einem Investitionsabzug wählen. Die Entscheidung zugunsten der Steuergutschrift ist unwiderruflich. Die Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung kann während der vier nachfolgenden Veranlagungsjahre vorgetragen werden. Der nicht genutzte Teil der vorgetragenen Steuergutschrift ist nach fünf Veranlagungsjahren (das Jahr der Investition mitgerechnet) voll erstattungsfähig. Die Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung tritt ab dem Steuerjahr 2007 in Kraft.
Steuerfreie Investitionsrücklage
Innerhalb bestimmter Grenzen können Unternehmen, die für den Steuerabzug in Frage kommen, eine steuerfreie Rücklage in Höhe von 50% des den Rücklagen zugewiesenen zu versteuernden Ergebnisses aufbauen. Diese reduziert sich um:
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Steuerfreie Kapitalgewinne auf Aktien
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25% der auf Kraftfahrzeuge erzielten Kapitalgewinne
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Den Rückgang des Aktienkapitals im Vergleich zum Aktienkapital des vorangegangenen Jahres, in dem eine steuerfreie Investitionsrücklage aufgebaut oder erhöht wurde
Darüber hinaus gibt es noch einige andere Beschränkungen im Zusammenhang mit der Steuerbefreiung der Investitionsrücklage (z. B. die Erfordernis, die Rücklage wieder anzulegen, eine zeitliche Beschränkung, eine Begrenzung des steuerfreien Betrags usw.).
Kleine und mittelständische Unternehmen werden zwischen dem aktuellen System einer Investitionsrücklage und dem fiktiven Zinsabzug wählen müssen, da sie nicht beide Steuervorteile nutzen können. Unternehmen, die die Investitionsrücklage anwenden, können während eines Zeitraums von zwei Jahren nach dem entsprechenden Finanzjahr nicht vom fiktiven Zinsabzug profitieren.
Vorgetragene steuerliche Verluste
Wie werden steuerliche Verluste eines belgischen Unternehmens zu Steuerzwecken behandelt?
Steuerliche Verluste eines belgischen Unternehmens aus früheren Jahren sowie aus dem aktuellen Jahr können der Zeit und Höhe nach unbeschränkt vorgetragen und mit künftigen zu versteuernden Einnahmen verrechnet werden. Es gelten jedoch Einschränkungen, wenn sich die Führung des Unternehmens ändert, sowie im Fall von Fusionen, Beteiligungen oder unangemessenen Verrechnungspreisen.
Abschreibung
Ausbildungskosten und materielle sowie immaterielle Vermögenswerte mit einer beschränkten wirtschaftlichen Nutzungsdauer können abgeschrieben werden. Die Abschreibung muss jährlich vorgenommen werden, unabhängig von der Höhe der Unternehmenseinnahmen, und zwar erstmals in dem Finanzjahr, in dem der Vermögenswert erworben, produziert oder als Beteiligung entgegengenommen wurde.
Welche Abschreibungsmethoden gibt es?
Die Abschreibung wird auf der Basis des Anschaffungswertes und der Nutzungsdauer des Vermögenswertes berechnet. Zwei Abschreibungsmethoden können angewandt werden: die lineare Methode, die am häufigsten angewandt wird, sowie eine doppelte degressive Abschreibungsmethode. Letztere ist optional.
Nach der linearen Abschreibungsmethode wird der Vermögenswert während seiner Nutzungsdauer auf der Basis eines festen Prozentsatzes des Anschaffungswertes abgeschrieben. Die doppelte degressive Abschreibungsmethode verwendet als Abschreibungsprozentsatz das Doppelte des linearen Abschreibungsprozentsatzes bei einem Höchstbetrag von 40% des Anschaffungswertes. In jedem Folgejahr wird die Abschreibung anhand des Wertes des Vermögenswertes zum Ende des vorangegangenen Steuerjahres berechnet. Sobald die jährliche Abschreibung geringer ist als sie es nach der linearen Abschreibungsmethode wäre, kann der Steuerzahler erneut zur linearen Abschreibungsmethode zurückkehren.
Ruling-Verfahren
Alle Steuerzahlern können bei den Finanzbehörden ein so genanntes "Ruling" oder eine Vorabentscheidung beantragen, mit welchem die Ruling-Kommission festlegt, wie die Steuer auf eine bestimmte Situation oder einen bestimmten Vorgang anzuwenden ist, der in steuerlicher Hinsicht noch keinerlei Wirkung entfaltet hat.
Die Ruling-Kommission muss den Eingang eines Vorabentscheidungsantrags innerhalb von fünf Arbeitstagen bestätigen. Eine erste Sitzung ist innerhalb von 15 Tagen ab dem Eingang des Vorabentscheidungsantrags abzuhalten. Das Gesetz besagt, dass die Entscheidung bezüglich der Vorabentscheidung dem Steuerzahler innerhalb von drei Monaten ab Antragstellung mitzuteilen ist. Die Ruling-Kommission und der Steuerzahler können jedoch gemeinsam vereinbaren, von dieser Frist abzuweichen. Die Dreimonatsfrist gilt als Richtwert in dem Sinne, dass keine Sanktionen vorgesehen sind für den Fall, dass diese Frist von der Ruling-Kommission nicht eingehalten wird.
Die Ruling-Kommission ist verpflichtet, dem Steuerzahler ihren Beschluss über die Vorabentscheidung mitzuteilen. Falls die Ruling-Kommission keine positive Entscheidung fällen kann, wird der Steuerzahler häufig aufgefordert, den Antrag zurückzuziehen, um einen Negativbescheid zu vermeiden.
Die Finanzbehörde ist an den Beschluss bezüglich einer Vorabentscheidung gebunden. Der Steuerzahler ist jedoch nicht an den Beschluss gebunden und nicht verpflichtet, die in Betracht gezogene Transaktion oder Aktion durchzuführen. Die Entscheidungen sind im Prinzip fünf Jahre gültig, können aber verlängert werden. Wenn nötig, kann die Gültigkeitsdauer der Entscheidung länger sein (z. B. Entscheidung im Zusammenhang mit der Abschreibung eines Gebäudes).
Kapitalsteuer
Die Kapitalsteuer (0,5%), die auf Beteiligungen am Aktienkapital eines Unternehmens (sowohl bei Gründung als auch später) erhoben wurde, wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2006 aufgehoben, weil es unlogisch gewesen wäre, mit dem fiktiven Zinsabzug Maßnahmen zur Eigenfinanzierung von Unternehmen einzuführen, zugleich aber an der Besteuerung der Beteiligung am Unternehmenskapital festzuhalten.
Immobilien und Leasing
Welche steuerlichen Anreize gibt es für Immobilieninvestitionen?
Investitionen in ein neues Betriebsgebäude und neue Betriebsausstattung, die mit Immobilien vergleichbar sind, sind von der Immobiliensteuer befreit. Investitionen, mit denen ein vorhandenes Betriebsgebäude oder vorhandene Betriebsausstattung ersetzt werden, sind für den Betrag, der das zum 1. Januar 1998 festgelegte Katastereinkommen übersteigt, von der Immobiliensteuer befreit.
Welche steuerlichen Anreize gibt es im Zusammenhang mit geleasten Immobilien?
Leasing ist aus folgenden Gründen häufig eine interessante Alternative zur Finanzierung von Vermögenswerten:
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Positive Wirkung auf den Cashflow, weil die Investition vom Leasingunternehmen bezahlt und in monatlichen Raten während der Laufzeit des Leasingvertrags zurückgezahlt wird
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Dem Leasinggeber müssen keine weiteren Garantien zugestanden werden, da er der rechtliche Eigentümer des geleasten Vermögenswertes bleibt (im Gegensatz zu anderen Finanzierungsalternativen)
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Möglichkeit der außerbilanzmäßigen Finanzierung
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Positive Wirkung auf die Mehrwertsteuererstattung
Wie werden Leasingverträge unter steuerlichen und buchhalterischen Gesichtspunkten behandelt?
Leasingverträge, die nach den belgischen Rechnungslegungsvorschriften als "Leasing und ähnliche Rechte" qualifiziert sind, gelten als "Finanzleasingverträge". Der Leasingnehmer verbucht in seiner Bilanz eine Sachanlage und zieht den Zinsanteil der Leasingzahlungen zusammen mit den Abschreibungskosten des Vermögenswertes ab. Leasingverträge, die nicht das Kriterium des "Leasing und ähnliche Rechte" der belgischen Rechnungslegungsvorschriften erfüllen (so genanntes "betriebstechnisches Leasing"), werden wie normale Mietverträge behandelt. In diesem Fall verbucht der Leasingnehmer die Sachanlage nicht in seiner Bilanz und zieht die gesamten Leasingzahlungen (Kapital und Zinsen) ab.
Welche steuerlichen Vorteile bietet ein grenzüberschreitendes Leasingangebot?
Die steuerliche/buchhalterische Definition und Behandlung des Leasings ist von Land zu Land verschieden. Es ist daher möglich, dass ein grenzüberschreitender Leasingvertrag mit einem ausländischen Leasinggeber die Steuerlast durch das zeitweilige Missverhältnis zwischen dem Abzug der Kosten und der Anerkennung der Einnahmen verringert.
In Bezug auf bewegliche Industrieanlagen von erheblichem Wert (so genannte "Big Tickets") schließen belgische Leasingnehmer in einigen Fällen einen Leasingvertrag mit einem ausländischen Leasinggeber ab, wodurch der ausländische Leasinggeber eine Steuerersparnis erzielt und diesen Steuervorteil mit dem belgischen Leasingnehmer teilt, indem er ihm reduzierte Leasingzahlungen anbietet.
Was sind die Vorteile des Immobilienleasings im Hinblick auf die Mehrwertsteuer und Eintragungssteuern?
Anders als bei der gewöhnlichen Immobilienmiete bietet Immobilienleasing den Vorteil, dass die Transaktion der belgischen Mehrwertsteuer unterworfen ist und die Mehrwertsteuer auf den Bau oder den Kauf des Gebäudes daher erstattungsfähig ist. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Kriterien, die zu Steuerzwecken zu erfüllen sind, von denen unterscheiden, die zu buchhalterischen Zwecken zu erfüllen sind, ist für den Leasingnehmer außerbilanzielles Leasing möglich, während die Transaktion nach wie vor der belgischen Mehrwertsteuer unterworfen ist.
Damit der Leasingvertrag mehrwertsteuerpflichtig ist, sollte er für den Leasingnehmer eine Kaufoption bei Ablauf der Leasingperiode vorsehen. Wird die Kaufoption ausgeübt, werden grundsätzlich Eintragungssteuern in Höhe von 10% des Marktwertes des Gebäudes fällig. Darüber hinaus sollte mit den regelmäßigen Zahlungen, die der Leasingnehmer in den ersten 15 Jahren der Leasingperiode leistet, das vom Leasinggeber investierte Kapital in voller Höhe zurückbezahlt werden.
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